
Wohnen
Mehr Bauen für tiefere Mieten.
Wohnschutz, der wirkt, entsteht durch mehr Angebot — nicht durch staatliche Eingriffe.
Meine Position
Mehr Angebot statt mehr Verbote.
Der Wohnschutz im Kanton Basel-Stadt regelt Mieterhöhungen, Sanierungen und Leerkündigungen. Diskutiert wird er regelmässig — mit Vorlagen, die den staatlichen Eingriff mal verschärfen, mal lockern wollen. Verbote schaffen jedoch keine einzige zusätzliche Wohnung.
Ich stehe für eine andere Logik: Mieten sinken nicht durch Verbote, sondern durch ein grösseres Angebot. Als Präsidentin des HEV Basel-Stadt setze ich mich dafür ein, dass Bauherrinnen und Bauherren wieder verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden — und Mieterinnen und Mieter trotzdem fair geschützt bleiben.
«Wohnraum entsteht nicht durch Verbote. Er entsteht durch Bauen.»
Schnellere Bewilligungsverfahren = weniger Wohnungsnot
Wer heute bauen will, wartet oft Jahre auf eine Bewilligung. Komplexe Verfahren, zahlreiche Auflagen und Einsprachewege verschleppen Projekte, bevor der erste Spatenstich gesetzt wird. Jede Verzögerung bedeutet Wohnungen, die fehlen.
Das Problem ist erkannt: Der Bund hat im April 2026 angekündigt, Planungs- und Baubewilligungsverfahren zu beschleunigen, Beschwerdemöglichkeiten gegen Bauprojekte einzuschränken und die Innenentwicklung als nationales Interesse gesetzlich zu verankern. Das ist ein richtiger Schritt. Verfahren müssen einfacher, Einsprachewege kürzer und Zuständigkeiten klarer werden.
Wohnschutz und Klimaziele – ein Zielkonflikt, der gelöst werden muss
Wer investiert, modernisiert und neu baut, braucht verlässliche Bedingungen. Und die Mieterschaft braucht Wohnungen, die erhalten und erneuert werden. Strenger Wohnschutz schützt Mietende vor drastischen Mietzinserhöhungen nach Sanierungen. Das ist ein legitimes Anliegen. Doch die Erfahrungen in Basel zeigen, dass übermässige Regulierung einen Preis hat: Seit Inkrafttreten des Basler Wohnschutzgesetzes 2022 sind die Sanierungstätigkeiten stark zurückgegangen, sowohl bei privaten Eigentümern wie bei grossen Investoren. Energetische Sanierungen, neue Heizungen, Gebäudehüllen: Sie bleiben aus. Das gefährdet nicht nur den Gebäudepark, sondern auch die Klimaziele.
Wohnpolitik, die sowohl Mietendenschutz als auch sanierte, klimataugliche Bausubstanz will, braucht Instrumente, die beides ermöglichen. Verbote und Bewilligungspflichten allein schaffen keinen Wohnraum und keine nachhaltige Stadt.
Der Staat darf Private nicht verdrängen
Subventionierte Wohnungen sollen jenen zugutekommen, die sie benötigen, und staatliche Förderung soll private Investitionen ergänzen, nicht ersetzen. Wenn öffentliche Mittel private Investoren verdrängen, entsteht unter dem Strich nicht mehr, sondern weniger Wohnraum.
Die heutige Wohnförderung des Bundes läuft fast ausschliesslich über Objektförderung, also in Form von Darlehen an Organisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Das ist sinnvoll, hat aber einen Schwachpunkt: Die Mittel erreichen die wirklich Bedürftigen oft nur ungenau. Subjektförderung, die direkte Unterstützung von Haushalten mit geringem Einkommen, hat ein deutlich besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis. Bund und Kantone sollten beide Instrumente klug kombinieren: gezielt fördern, wo es nötig ist, und private Kräfte dort wirken lassen, wo sie es können.
Wohneigentum ermöglichen und fair besteuern
Basel-Stadt hat eine der tiefsten Eigentumsquoten der Schweiz. Wer Eigentum kauft, bindet sich an die Stadt und entlastet den Mietermarkt. Ich setze mich für steuerliche Anreize und Rahmenbedingungen ein, die den Erwerb von Wohneigentum für den Mittelstand wieder realistisch machen.
Der Eigenmietwert besteuert einen fiktiven Einkommenswert, so dass Wohneigentümer Steuern zahlen auf Einkommen, das sie nie erhalten haben. Das Schweizer Stimmvolk hat diesem Systemfehler ein Ende gesetzt. Dass der Bundesrat den Eigenmietwert erst auf den 1.1.2029 abschaffen will, ist unverständlich.
